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Wie schon letztes Jahr hat Rainer Stropek (im Bild rechts) wieder zu ein paar spannenden Fragen Stellung genommen!

Nahed Hatahet: Hallo Rainer, erstmal vielen Dank, dass du uns an dieser Stelle wieder Rede und Antwort stehen willst! Am 16.04.2016 veranstaltest Du heuer schon zum dritten Mal mit dem Global Azure Bootcamp die Community Veranstaltung zum Thema Azure. Was werden heuer die Schwerpunktthemen sein? Muss ich schon Erfahrungen mit Azure haben, um bei den doch sehr technischen Vorträgen mitzukommen?

Rainer Stropek: Das Global Azure Bootcamp ist dieses Jahr so groß wie noch nie. Erstens haben wir eine neue Location, den Wissensturm in Linz. Uns steht das ganze 15. Stockwerk zur Verfügung. Zweitens gibt es vier parallele Tracks. Und drittens haben wir die Sessions auf 45 Minuten gekürzt, um mehr unterschiedliche Themen anbieten zu können. So können Besucher sich rasch einen Überblick verschaffen und abschätzen, ob sie sich zu Hause oder in anderen GAB-Sessions mit Details beschäftigen möchten.

Neben den beiden „Klassikern“ unter den Tracks – Einführung in Azure und Softwareentwicklung mit Azure – gibt es diesmal zwei Besonderheiten: Ein Track ist dem Thema DevOps gewidmet und einer dem Internet of Things (IoT). Man sieht also: Das Global Azure Bootcamp geht mit der Zeit und entwickelt sich weiter.

Durch den Mix an Sessions ist das Bootcamp passend für Leute ohne Erfahrung und für Expertinnen und Experten, die ihr Wissen in spezifischen Bereichen vertiefen möchten. Wer unsicher ist, ob das Event zu ihr oder ihm passt, findet eine Liste aller Sessions und Speaker unter http://globalazurebootcampaustria2016.sched.org/

Nahed Hatahet: Immer wieder ist vom Fachkräftemangel in Österreich zu hören, es fehle einfach an qualifiziertem Personal mit entsprechender praxisorientierter Ausbildung. Ich selbst bin auch der Meinung, dass wir hier – bei allen Stärken und Vorteilen die unser Standort bietet – noch einen sehr großen Aufholbedarf haben. So hat in meinem Unternehmen die spezialisierte Ausbildung der Mitarbeiter einen großen Stellenwert.
Du bist Community Regional Director für Azure in Österreich und hast auch ein eigenes Unternehmen. Wie siehst du dieses Thema?

Rainer Stropek: Gute Leute sind in allen Branchen schwer zu finden. Leider ist die Situation in den technischen und naturwissenschaftlichen Bereichen besonders schwierig. Jammern hilft da nichts. Als Unternehmen müssen wir aktiv werden. Wir engagieren uns speziell im Bereich Community. Das Global Azure Bootcamp ist nur eine unserer Initiativen. Daneben sind wir auch im Bereich Kinder- und Jugendarbeit mit dem CoderDojo Linz (http://coderdojo-linz.github.io/) tätig.

Meiner Meinung nach sollten alle Firmen, die nachhaltig arbeiten wollen, Ausbildung der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sowie Investitionen in regionale Communities als wichtige Themen betrachten. Nur so begeistern wir junge Menschen für Softwareentwicklung und machen lebenslanges Lernen – ein wichtiger Erfolgsfaktor in unserer Branche – attraktiv.

Nahed Hatahet: Die Cloud und vor allem Microsoft Office 365 und Microsoft Azure gehören auch 2016 wieder zu Top Themen bei Kunden und Partnern, sowohl wenn es um Chancen geht als auch um Risiken.  Ich glaube, dass wir immer noch in einer gewissen Aufklärungsphase stecken, und vielfach noch Unsicherheit herrscht, wie genau mit diesen neuen Technologien nun „Business“ gemacht werden kann. Du bietest mit deinem Unternehmen ja selbst eine in Azure betriebene Zeiterfassungslösung an. Wirst du von Kunden oft mit Fragen zu Datensicherheit oder der Vertrauenswürdigkeit solcher Lösungen konfrontiert? Wie gehst du damit um?

Rainer Stropek: Fragen nach Datenschutz und Datensicherheit sind in unserer digitalisierten Welt zurecht an der Tagesordnung. Es geht dabei nicht so sehr um Cloud oder nicht Cloud. Gerade kürzlich zeigte eine Studie wieder haarsträubende Sicherheitslücken in Netzwerk-Geräten auf. Wenn man sich gegen Cloud entscheidet, muss man sich damit auseinandersetzen. Bei Cloud gilt es, den richtigen Partner zu finden.

Wir versuchen, unseren Kunden Sicherheit durch größtmögliche Offenheit zu geben. Unser Ziel ist es, Vertrauen aufzubauen. Wir sprechen klar aus, welche Cloud-Dienste wir verwenden. Wir schreiben darüber, wie wir die Daten unserer Kunden speichern und verarbeiten. Geheimniskrämerei ist keine Sicherheitsstrategie. Wenn ein Kunde Bedenken hat was die Sicherheit seiner Daten in der Cloud betrifft, setzen wir uns damit auseinander und versuchen, Missverständnisse auszuräumen. Manchmal werden dadurch Türen in Richtung Cloud geöffnet. Manchmal bleiben aber Vorbehalte übrig, die wir ernst nehmen und bei denen wir mit Kunden hybride Lösungen – also Kombinationen des Besten aus beiden Welten – erarbeiten.

Nahed Hatahet: Seit ein paar Tagen ist SharePoint 2016 nun verfügbar. Wir beschäftigen uns natürlich schon länger sehr intensiv mit dieser neuen Version und eines ist klar: Die hybriden Einsatzmöglichkeiten sind sehr groß. Mir zeigt das einmal mehr, dass die Welt hybrid ist und bleibt. Gibt es deiner Meinung nach Szenarien, in denen eine hybride Umgebung der Cloud überlegen ist?

Rainer Stropek: Aus meiner Sicht machen hybride Lösungen häufig Sinn. Was soll eine Firma machen, an deren Standort keine ausreichende Internet-Infrastruktur verfügbar ist? Wie soll man damit umgehen, wenn rechtliche Rahmenbedingungen gewisse Einschränkungen in Sachen Cloud-Nutzung vorgeben? Wer will schon eine kürzlich angeschaffte, lokale IT-Infrastruktur wegwerfen nur weil „Cloud“ ein aufstrebender Trend ist?

Als Berater haben wir meiner Ansicht nach die Aufgabe, bei Kunden „Bauchentscheidungen“ zu reduzieren und eine Grundlage für bewusste, fundierte Entscheidungen aufzubereiten. SaaS-Anbieter wie wir haben den Vorteil, dass wir die Möglichkeiten haben, ausreichend Zeit und Aufmerksamkeit in die vielfältigen Herausforderungen im Bereich Cloud zu investieren. Wenn unsere Kunden unsere fertigen SaaS-Lösungen in Anspruch nehmen, können wir ihnen die Klärung vieler Detailfragen abnehmen. Sie können sich auf ihr Kerngeschäft konzentrieren und wir sorgen dafür, dass die Cloud optimal genutzt wird.

Nahed Hatahet: Letztes Jahr haben wir an dieser Stelle das Interview mit einem kleinen „Ausflug“ zu deinen privaten Interessen als Bienenzüchter beendet. Du hast uns erzählt, dass Softwareentwickler einiges von den Bienen lernen können, Stichwort „Schwarmintelligenz“. Wie wichtig ist eigentlich das Thema der Nachhaltigkeit für dich generell, einerseits als Unternehmer und andererseits als Privatmensch?

Rainer Stropek: Privat legen wir großen Wert auf Nachhaltigkeit und Umweltverträglichkeit. Wir versuchen, unseren ökologischen Fußabdruck klein zu halten. Die Imkerei ist in dieser Hinsicht ein wunderbares Hobby. Während in unserem Job Technik im Mittelpunkt steht, sorgen die Bienen für eine gewisse Naturverbundenheit. Seit wir Bienen halten habe ich mehr über Pflanzen und Insekten gelernt, als in meiner ganzen Schulzeit. Dieser Ausgleich zum Job ist mir viel wert.

Nahed Hatahet: Rainer, vielen Dank für Deine Zeit und das wie immer sehr interessante und wertvolle Gespräch. Lass mich auch die Gelegenheit nutzen an dieser Stelle hervorzuheben, was du für die Community leistest! Danke!

>> JETZT ZUM GLOBAL AZURE BOOTCAMP ANMELDEN!

(Aktuell besteht bereits eine Warteliste > Melden Sie sich dennoch in jedem Fall an, Plätze werden nach Absagen wieder verfügbar!)

http://globalazurebootcampaustria2016.sched.org/

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