close
AllgemeinInterview

Interview – 7 brennende Fragen zu Artificial Intelligence

Anlässlich unserer Networking-Partnerschaft beim „WeAreDevelopers AI Congress“, der am 4. und 5. Dezember in der Wiener Hofburg über die Bühne geht, hat der HATAHET AI-Experte Marc Pieber, dem Co-Founder und Managing Director von WeAreDevelopers Benjamin Ruschin, sieben brennende Fragen zum Thema Artificial Intelligence gestellt.  

Lies im Interview unter anderem, wie Benjamin Ruschin einem 5-Jährigen AI erklärt, warum die Tech-Branche sich mit Ethik beschäftigen muss und was das Ganze mit Freiheit zu tun hat.

Marc: Am 4. und 5. Dezember 2018 startet die erste AI-Konferenz in Wien – der WeAreDevelopers AI Congress Vienna. Ein spezieller Fokus, so kann man in der Ankündigung lesen, wird auf die Interaktion zwischen Mensch und Maschine gelegt. Ein sehr spannendes und umfangreiches Unterfangen. Welche Themen dürfen sich Besucher zu diesem spannenden Bereich erwarten?

Benjamin: Die Themenbereiche beim AI Congress sind breit gefächert. Die Besucher dürfen sich zum Beispiel auf Talks zu NLP, Machine Learning, Neuronal Networks oder IoT freuen. Besonders interessant sind die Talks, in denen es sich um ethische Fragen zu AI dreht, wie der von Tim O’Brien. Auch Live Coding Sessions werden auf dem Event stattfinden, zum Beispiel von Adam Cheyer, dem Erfinder von Siri.

Marc: Kaum ein Thema wird weltweit so hartnäckig und kontrovers diskutiert, wie künstliche Intelligenz: Muss die Tech-Branche durch die neuen Möglichkeiten, welche sich unter diesem Begriff sammeln, ein neues Bewusstsein für den Menschen entwickeln?

Benjamin: Artificial Intelligence (AI) ist ein sich rasend schnell entwickelndes Themengebiet, und doch sind wir noch lange nicht am Ziel. Dass das, was einen Menschen ausmacht, durch Maschinen komplett ersetzbar sein wird, bezweifle ich jedoch. AI wird eine immer stärkere, unterstützende Rolle in unserer Gesellschaft einnehmen, ungeliebte Arbeit automatisieren und uns bei der Entwicklung eines höheren Lebensstandards helfen.

Marc: Die Beziehung des Menschen zur Technik scheint sich fundamental zu ändern. Technik wird nicht mehr nur Instrument sein, mit AI verschiebt sich die bloße Schnittstellenfrage für den User (UI) in Richtung Kollaboration. Wird die Bezeichnung „User“ als solche bald nicht mehr adäquat sein?

Benjamin: Da sich die in der AI stattfindenden Prozesse weiterhin auf den Nutzen für die User beziehen werden, und somit der User Mittelpunkt der Interaktionen bleibt, wird der Begriff sich wohl verlagern, aber weiterhin seine Gültigkeit behalten. In der Wirklichkeit werden wir wohl bald nicht mehr genau wissen, welche unserer täglichen Interaktionen mit Menschen und welche mit Maschinen stattfinden.

Marc: Auch als AI Aficionado, kann man die möglichen Gefahren zukünftiger Entwicklungen in Richtung selbstlernender Systeme nicht leugnen. Wo liegen deiner Meinung nach die größten Herausforderungen und wo siehst du die Verantwortung der Tech-Branche?

Benjamin: Es ist wichtig, dass es in der Branche Spezialisten für die ethischen Zusammenhänge und entstehende Problematik gibt. Viele Unternehmen beschäftigen sich intensiv mit diesen Fragen und haben Abteilungen aufgebaut, die als „ethisches Kontrollorgan“ fungieren.
SAP hat beispielsweise als erstes europäisches Technologieunternehmen eigene Leitlinien für AI entwickelt und einen externen Beirat für den ethischen Umgang mit künstlicher Intelligenz geschaffen. Diese Entwicklung in der Tech-Branche ist essentiell für die Gefahrenkontrolle und wird in Zukunft eine große Rolle spielen.

Marc: AI verändert aber nicht nur „die Welt da draußen“ sondern auch die Arbeit von Programmierern und Developern. Wird die Entwicklungsarbeit mit Software in fünf Jahren noch dieselbe sein wie heute?

Benjamin: Durch automatisierte Prozesse wird die Arbeit von Developern natürlich ebenfalls vereinfacht und beeinflusst. Berufsfelder werden sich verschieben, Job Descriptions werden sich ändern. Ich denke, es wird hier einen Shift in Richtung von architektonischen und kreativen Berufsbeschreibungen geben. Wir stehen erst am Anfang und es ist jetzt schon so, dass Software-Entwicklung vor 5 Jahren anders war als jetzt.

Marc: AI ist ein umfangreiches Thema, je mehr man davon weiß, desto länger braucht man unter Umständen zu erklären, worum es geht. Wie erklärst du einem 5-Jährigen, was AI ist?

Benjamin: AI bedeutet, dass eine Maschine lernt zu lernen und zu verstehen. Manches funktioniert schon heute, anderes wird wohl erst in ein paar Jahren dazu bereit sein, dass wir es tagtäglich benutzen können.

Marc: Abschließend eine persönliche Frage: Bei allem, was sich die Phantasie derzeit an AI-Möglichkeiten der Zukunft ausdenken kann, welche Vorstellung reizt dich an AI am meisten?

Benjamin: Am ausziehendsten finde ich an AI, dass ich mir persönlich erhoffe einen guten Teil meiner Arbeitszeit nicht mehr mit Dingen zu verbringen, die für mich keinen Mehrwert darstellen. Meine E-Mails, Berichte und sonstige Agenden weichen und es bleibt mir mehr Zeit für direkte Kommunikation mit Menschen und Weiterbildung.

Da Unternehmen wie auch Konsumenten sich in ihrer Produktivität auf wesentliche Dinge konzentrieren können und jene Dinge, die automatisiert werden können, softwaregesteuert umgesetzt werden, steigert sich unsere Produktivität, spart uns Zeit sowie Kosten und bietet uns schlussendlich eines: Freiheit.

 

Mehr zur Networking-Partnerschaft von HATAHET bei Europas größtem AI-Kongress erfährst du in unserer Pressemeldung!

Sabine Steiner

The author Sabine Steiner

Sabine ist im Bereich Marketing Assistenz und Auftragsabwicklung in einem Wiener IT-Beratungsunternehmen tätig und arbeitet als SharePoint Anwenderin täglich mit Office 365 und SharePoint Lösungen.

Leave a Response